Na, so ganz akkurat ist die Überschrift eigentlich nicht. Weihnachten gab's nämlich Raclette, aber ich fand die Überschrift so catchy. Und außerdem macht sie deutlich, dass ich in Peking war. Ouh yeah. (Aber dieses richtig perverse Ouh yeah, mit tiefer Stimme).
Der verlängerte Weihnachts-Wochenendtrip begann Donnerstag Morgen, ich war am Flughafen. Mein sowieso schon labiles Vertrauen in chinesische Airlines wurde hart auf die Probe gestellt, als ich herausfand, dass mein Flugzeug irgendeinen "Fehler" hatte und ich eine Maschine eine Stunde später nehmen musste. Das übrigens auch verspätet losflog. Nach gefühlten 7 Stunden (in Wahrheit waren es 6, also ab dem Zeitpunkt, ab dem ich die Wohnung verließ) kam ich dann auch mal an. Empfangen wurde ich von einem müden Kai und einem noch viel müderen Gast aus Deutschland. Nennen wir ihn mal Tom.
Gestern war Mittwoch und für 60 Kuai Open Bar im Juicy. Aha. Juicy ist eine Bar, die genau gegenüber von ihrer Wohnung liegt und die sich, trotz allgemeiner Verachtung unter den coolen Kids, an großer Beliebtheit erfreut. Tom hat jedenfalls eine richtig gute Hangover-Geschichte zu erzählen, die ich, glaube ich, hier nicht veröffentlichen darf, auch wenn sein Name anonymisiert wurde und meine Leserzahl sehr begrenzt ist (Huhu, ihr Vier! :D). Soviel sei gesagt: Der Mantel eines Security Menschen, ein Taxi aka Polizeiauto, blutverschmierte Körperstellen und ein überraschter Posert an der Tür auf dem Weg zur Uni waren involviert. Hahaha.
Heiligabend waren wir bei zwei Freunden, die eine Weihnachtsfeier geschmissen haben. Es gab Raclette, schöne Mädchen und Soju.
Augenweide des Abends: eine unfassbar süße Spanierin.
Schwierig: Beer Pong.
Bestes Wichtelgeschenk: ein Spielzeuggewehr (leider nicht meins, ich erhielt so ne Russen-Pelzmütze und eine Boxershorts mit dem interessanten Mix aus American Eagle Logo und Stewie von Family Guy. In Größe XXL, glaub ich).
Weiß: mein Kleid.
Lacher: das vollgeschissene Klo, hahah.
Sympathisch: ein Franzose, der mich dauernd mit Das Mädchen anredete. Ich mich revanchierte, indem ich ihn Le François nannte. Bis mir kurz danach auffiel, dass es ja Français heißt, verdammt. Naja, heißen ja eh alle Jean-Luc.
Überraschend: Nichts.
Japp, das war Heiligabend. Am nächsten Tag sind Kai, Tom und ich ein wenig in der Stadt rumgelaufen. Es war richtig kalt. Und viel zu erzählen gibt es nicht. Abends sind wir ins Sanlitun gefahren, ein hippes und recht junges Viertel mit den ganzen Ausgehorten, die nicht so bescheiden wie das Juicy oder, um mal auf Qingdao Ebene zu bleiben, wie das Ye Chao sind :D Als sich meine Begleiter mit der Pekinger Version eines Döners (gebratener Teig, Salat und eine Art Schinken) auf der Straße zugedeckt haben, sah ich mich um. Da stand dann 2 m entfernt und mit dem Rücken zu mir gewandt ein Mädchen mit sehr auffälliger Feder-Jacke und sehr langen Haaren und ich dachte Hum, sieht aus wie eine, die ich aus Qingdao kenne. Dann dreht sie sich um.
Und sie war es natürlich nicht.
Spaß, doch, sie war es. Nach stürmischer Begrüßung und vor allem ungläubigen Kopfschütteln verabschiedeten wir uns, weil sie ins House wollte. Aber hey, verrückt huh? Peking ey.
Fortsetzung folgt.





